[Tagebucheintrag] 13. November 2016 – Jodellauf in Gedenken

Hallo zusammen,

das schreckliche Ereignis in dieser Woche, der Tot von Carolin Gruber, hat mich so erschüttert, dass ich heute einfach nicht alleine Laufen wollte.

Der Grund ist, dass ich ohnehin immer schon ein mulmiges Gefühl habe, alleine zu Laufen und ein viel zu großer Angsthase bin. Jule und ich geben uns z.B. immer Bescheid, wenn wir loslaufen und auch, wenn wir wieder angekommen sind, aber spätestens nach einer Stunde. Doch das reichte mir heute irgendwie nicht.

Klar sagen jetzt viele, lass dir nicht solche Angst machen und es wird schon nichts passieren. Doch das dachte sich Carolin bestimmt auch. Ich kannte sie nicht. Mich erschüttert und schockiert aber die Art und Weise ihres Tods. Denn wie oft laufen wir sonntags los und sagen: „Schatz, ich bin in einer Stunde wieder da“. Und Carolin hat ja alles richtiggemacht. Sie ist sonntagsnachmittags um 15 Uhr mit einem Handy in der Hand losgelaufen und hat den Angehörigen Bescheid gesagt. Eigentlich ist 15 Uhr doch eine perfekte Zeit. Es ist hell, viele Leute haben ihre Mittagsruhe beendet und gehen am Nachmittag eine Runde spazieren. Was soll also schon passieren. Wisst ihr was ich meine und warum mich das alles so mitnimmt.

Mich hat es jedenfalls die ganze Woche davor gegraut heute alleine Laufen zu gehen.

Und deshalb entschied ich spontan einfach mal bei Jodel zu fragen, ob evtl. jnd. Lust hätte mitzukommen. Klar, ist das auch nicht die sicherste Lösung gewesen, da in der Jodel Community alle anonym sind, aber ich habe mich mit meinem Laufpartner an einem öffentlichen Ort getroffen und die Jodel Gemeinde wusste wann und wo wir uns treffen. Außerdem habe ich mir meinen Laufpartner als er kam angeschaut und die „Gefahr“ abgeschätzt.

Und es war ein sehr netter Laufpartner, der auch noch mein Tempo hatte. So sind wir meine Runde gemeinsam gelaufen. Dadurch fühlte ich mich viel sicherer, konnte entspannen und nebenher noch etwas quatschen. Das war wirklich nett.

Was wir uns aber gefragt haben war, warum der Typ in dem schwarzen Kombi am Waldrand hielt, den Kofferraum aufmachte, hineinsah, ihn wieder schloss und davonfuhr. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich das wirklich gruselig gefunden. So wusste ich aber, dass mir so schnell nichts passieren konnte. Ob wir uns ein weiteres Mal zum Laufen treffen und ob das nächste Mal evtl. mehr Leute dabei sind, dass weiß ich nicht. Aber für diesen Sonntag hatte ich einen schönen Lauf in Gedenken an Carolin Gruber.

Wie gewohnt hier noch meine Auswertung für die Zahlenjunkies.

Jodel Lauf
Nein, es waren keine 18°C, es waren 2°C

 

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